Kurzporträt der Forschungsabteilung

In der Forschungsabteilung AZAO wird die Gestaltung, Organisation und Regulierung von Arbeit und Arbeitszeit unter der forschungsleitenden Frage der sozialen Nachhaltigkeit analysiert. Referenzpunkt der Forschung ist die Erhaltung und Weiterentwicklung sowohl des individuellen Arbeitsvermögens als auch des gesellschaftlichen Beschäftigungspotenzials. Wichtigste Grundlage dafür ist die Ausweitung individueller und kollektiver Handlungsressourcen in der Arbeitsorganisation und -regulierung.

Damit sind vielfältige arbeitspolitische Handlungsfelder wie Arbeitszeit, Entgelt oder Qualifikationen und nicht zuletzt die Digitalisierung von Arbeit verbunden, die ein zentrales Thema dieses Forschungsprogramms ist. Auf der Ebene des Betriebes und der Unternehmen analysieren wir Probleme und Chancen einer gesundheitsverträglichen und lernförderlichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen insbesondere unter den Bedingungen des Einsatzes digitaler Technologien, fragen nach neuen Entwicklungen und der Umsetzung kollektivvertraglicher Regulierungen von Arbeit und Arbeitszeit als wichtiger Handlungsressourcen im Betrieb und diskutieren dabei auch die Chancen transnationaler Arbeitsregulierung. Anknüpfend daran nehmen wir die Handlungsebene des Tarifsystems mit seinen vielfältigen Veränderungen zwischen Erosion und Erneuerungin den Blick. Auf der Makroebene von Staat und Gesellschaft schließlich betrachten wir den Wandel arbeitspolitisch bedeutsamer sozialer Institutionen und staatlicher Regulierungen und fragen nach den Rückwirkungen ihrer Entwicklung für arbeitspolitische Konflikte um die Gestaltung von Arbeit und Arbeitszeiten. Neben der interdisziplinären und international vergleichenden Herangehensweise zeichnet unseren Forschungsschwerpunkt aus, dass wir der aktiven Strukturierung der Handlungsfelder durch die kollektiven Akteure in der Arbeitspolitik große Bedeutung beimessen.

Im Zentrum unseres Forschungsprogramms für die Jahre 2017-2019 stehen drei strategische Forschungsfelder: Die Entwicklung und Analyse nachhaltiger Gestaltungskonzepte von Personalführung und Arbeitsorganisation in einer digitalisierten Arbeitswelt (Nachhaltige Gestaltung und Regulierung digitalisierter Arbeit); die Analyse von Arbeitszeiten, ihrer Bestimmungsfaktoren und neuer Regulierungsformen der Arbeitszeit (Institutionellen Determinanten und neue Regulierungsformen von Arbeitszeit) und schließlich die kollektivvertragliche Arbeitsregulierung sowie die Akteure der Arbeitsbeziehungen und ihre Handlungs- und Erneuerungschancen (Erneuerung der industriellen Beziehungen).