Pressemitteilung vom 05.09.2019

Im Fokus: Zukunft der Arbeitsbeziehungen in Europa

Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen an Organisation von internationalem Fachkongress in Düsseldorf beteiligt

Stabile Arbeitsbeziehungen und der Schutz des Wohlfahrtsstaates sind Kern des sogenannten europäischen Sozialmodells. Dieses steht aktuell mitten im Wandel: die Tarifbindung ist rückläufig, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften verzeichnen Mitgliederrückgänge, Handelskonflikte und Digitalisierung der Wirtschaft bewirken drastische Veränderungen. Welche Folgen diese Entwicklungen haben können, diskutieren mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast 40 Ländern auf dem 12. Europäischen Kongress der International Labour and Employment Relations Association (ILERA – 5.-7. September, Düsseldorf).

Mitorganisiert wurde der Kongress von Dr. Sophie Rosenbohm, Wissenschaftlerin am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) und seit 2016 im Vorstand der German Industrial Relations Association, der deutschen Sektion von ILERA.

„Erwerbsarbeit kommt auch im 21. Jahrhundert nach wie vor eine hohe Bedeutung für die Menschen zu. Damit genießt auch die Frage nach den Arbeitsbedingungen und ihrer Regulierung einen zentralen Stellenwert. In den letzten dreißig Jahren hat sich allerdings ein grundlegender Wandel der Arbeitsbeziehungen zur Regulierung von Erwerbsarbeit in Europa vollzogen. Dies zeigt sich beispielsweise an einer rückläufigen Tarifbindung oder rückläufigen Organisationsgraden von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. Gerade unter dem Vorzeichen der digitalen Transformation ist es daher von großer Relevanz, zu untersuchen, wie die Bedingungen von Erwerbsarbeit reguliert und wie sich die Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Europa weiterentwickeln werden. Wir freuen uns daher, diese Frage mit ausgewiesenen internationalen Expertinnen und Experten aus über 40 Ländern in Düsseldorf zu diskutieren“, stellt Sophie Rosenbohm, Wissenschaftlerin am IAQ und GIRA-Vorstandsmitglied, heraus.

Auch das IAQ präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse auf dem Kongress: zur Durchsetzung des Mindestlohns in Deutschland, zur Frage der Revitalisierung und Stärkung der Tarifautonomie, der Arbeitsregulierung bei Amazon und zur transnationalen Interessenvertretung in multinationalen Unternehmen.

Die ILERA ist die internationale Dachorganisation, die deutsche Sektion firmiert unter dem Namen GIRA (German Industrial Relations Association, offiziell "ILERA, Sektion in der BRD e.V."). Die GIRA existiert seit 1971 und fördert als wissenschaftliche Vereinigung Forschung und Lehre im Themenfeld der Arbeitsbeziehungen.

Weitere Informationen: www.ilera2019.eu