Pressemitteilung vom 27.09.2018

Report zu Alterserwerbsbeteiligung in Europa

Wo Ältere mehr oder weniger arbeiten

Immer mehr Ältere arbeiten – jedoch in der EU nicht gleich viele. Das zeigt der aktuelle Altersübergangsreport aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), der im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung die Alterserwerbsbeteiligung in Europa untersucht.

Rund 36 Millionen Erwerbstätige – jeder sechste Beschäftigte in der EU – war 2016 zwischen 55 und 64 Jahren alt. Obwohl seit 2005 fast überall der Anteil älterer Beschäftigter zugenommen hat, im Schnitt sind es 16,5 Prozent, gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den 28 EU-Mitgliedsstaaten. Während Länder wie Deutschland (19,4), Italien (17,5) oder Finnland (19) über dem EU-Durchschnitt liegen, arbeiten in Frankreich (15,6), Spanien (15,3) oder dem Vereinigten Königreich (15,7) deutlich weniger Ältere – so wie insgesamt in zwei Drittel aller EU-Länder.

Die IAQ-Forscher Arthur Kaboth und Prof. Dr. Martin Brussig haben die Daten von Eurostat ausgewertet und festgestellt, dass die Lücke zwischen Jüngeren und Älteren nahezu überall kleiner wird – sogar in Ländern mit langanhaltenden Wirtschaftskrisen. Hier sehen die IAQ-Forscher ein Novum, da in der Vergangenheit bei hoher Arbeitslosigkeit die Älteren vom Arbeitsmarkt verdrängt wurden. Heutzutage lässt auch die stärkere Integration älterer Frauen in den Arbeitsmarkt die Lücke schrumpfen.

Weitere Informationen:

Altersübergangs-Report 2018-01
Arthur Kaboth und Martin Brussig: Alterserwerbsbeteiligung in Europa auch in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise im Aufschwung?