Call for papers

Die IAQ Forschungsgruppe Migration und Sozialpolitik beteiligt sich auf der zweiten Konferenz des Netzwerks Flüchtlingsforschung vom 04. – 06. Oktober am Zentrum Flucht und Migration in Eichstädt mit dem Panel „Koproduktion lokaler Sozialpolitik durch Geflüchtete“. Dort werden theoretische, methodische wie auch empirische Beiträge zusammengeführt, die sich mit dem Zusammenspiel lokaler sozialpolitischer Maßnahmen und deren Nutzung und Wahrnehmung durch Geflüchtete beschäftigen.

Vorschläge für Panelbeiträge sind bis zum 25.03.2018 möglich.

Call for papers für das Panel „Koproduktion lokaler Sozialpolitik durch Geflüchtete“

Panelbeschreibung

Der Sozialstaat reflektiert die Wirkungsweisen seiner Programme und Versorgungssysteme für Geflüchtete weitgehend über Kennzahlen wie Sprachniveaus, Qualifizierungsbausteine bzw. Schulabschlüsse, Zahl der Erwerbstätigen etc. Zugleich existieren zahlreiche Hinweise, dass Programmplanung und -zuschnitt sich eher an administrativen Eigenlogiken, als an Bedarfslagen Geflüchteter orientieren. Studien aus der Perspektive der Betroffenen, d.h. aus der Adressat_innen- bzw. Nutzer_innenperspektive, dagegen sind bislang immer noch rar – vor allem solche, die sich mit Erfahrungen mit – und der Nutzung von (lokalen) sozialpolitischen Leistungen beschäftigen.

Eine sozialpolitische Nutzer_ìnnenforschung fokussiert sich auf die Wechselverhältnisse von Programmen, Maßnahmen, Normen der sozialpolitischen Akteure eines Migrationsregimes und andererseits auf die Aktivitäten, das Lebenswelt- und Erfahrungswissen, die Aspirationen und Bewertungen von Geflüchteten. Erst in diesem Zusammenspiel ist es möglich, ein adäquates Wissen über Prozesse (lokaler) Koproduktion sozialstaatlicher Leistungen zu erzeugen.
Vor diesem Hintergrund wollen wir Forschungen zusammenführen, die

  1. die Koproduktion bzw. das Aushandeln sozialstaatlicher Leistungen konzeptionell zu fassen suchen und damit die Sinnzuschreibungen und Handlungen Einzelner in Relation zu organisatorischen Praktiken wie gesellschaftlichen Normen und Erwartungen setzen.
  2. einen methodischen Beitrag zur feldsensiblen und (gerne auch) partizipativen Erforschung des Lebensweltwissens und des Erfahrungshorizonts Geflüchteter Personen im Kontext sozialstaatlicher Arrangements leisten.
  3. empirische Einblicke in das Lebensweltwissen, den Erfahrungshorizont, oder in die Bildungs- oder Erwerbsaspirationen Geflüchteter gewähren oder auch Erfahrungen, Nutzungen und Umgangsweisen mit anderen sozialstaatlichen Feldern (etwa Gesundheit, Familie) thematisieren.

Ziel des Panels ist es, Möglichkeiten und Grenzen einer wissenschaftlichen Artikulation der Nutzer_innenperspektive auszuloten und in diesem Zug einen Beitrag zur Aufklärung normalisierender Integrationsbestrebungen aus Geflüchtetenperspektive zu leisten.
Bitte senden Sie einen Vorschlag (Titel und Abstract eines Vortrags, ca. 250 Wörter) bis zum 25. März 2018 an die Panelveranstalter_innen.

Panelveranstalter_innen

Prof. Dr. Ute Klammer, Dr. Thorsten Schlee