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Haipeter, Thomas, 2009: Tarifabweichungen und Flächentarifverträge: Eine Analyse der Regulierungspraxis in der Metall- und Elektroindustrie. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. ISBN 978-3-531-16721-3. Zugl.: Duisburg, Essen, Univ., Habil.-Schr., 2009

Die Tarifabweichung markiert einen tiefen Einschnitt in die institutionellen Strukturen des deutschen Tarifsystems. Die Unterschreitung von Tarifnormen in betrieblichen Bündnissen mit Billigung der Tarifvertragsparteien ist inzwischen gängige Praxis in vielen Branchen. Der Autor untersucht Verbreitung und Praxis der Tarifabweichung in der Metall- und Elektroindustrie seit dem „Pforzheimer“ Tarifvertrag von 2004. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass die Auswirkungen der Tarifabweichung auf die Prägekraft der Flächentarifverträge entscheidend von der inhaltlichen und prozeduralen Kontrolle der Tarifparteien – und unter diesen vor allem der Gewerkschaft – abhängen. Kontrollerfolge in beiden Kontrolldimensionen sind unverkennbar. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Beteiligung der Beschäftigten durch eine betriebsnahe Tarifpolitik.

Aus dem Inhalt

  • Tarifabweichung: Gegenstand und Methode der Studie
  • Entwicklung der Tarifabweichung in der Metall- und Elektroindustrie
  • Aushandlung und Koordinierung der Tarifabweichung
  • Verbreitung und Laufzeiten der abweichenden Tarifvereinbarungen
  • Formen und Ziele der abweichenden Tarifvereinbarungen
  • Materielle Konzessionen der Beschäftigten
  • Gegenleistungen der Unternehmen
  • Rückkehr zu den Flächentarifvertragsnormen - Arbeitgeberverbände und Tarifbindung
  • Gewerkschaftliche Organisationsprobleme und die Debatte um betriebsnahe Tarifpolitik
  • Schlussbetrachtung: Kontrolle der Tarifabweichung und die Perspektiven des Tarifsystems