Mehr Ältere auf dem Arbeitsmarkt:
Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit nehmen zu
Martin Brussig / Sascha Wojtkowski
Auf einen Blick...
- Die Erwerbstätigkeit im Alter steigt: Im Jahr 2005 stellte für
53,7% der 50- bis 64-Jährigen Arbeit die wichtigste Einkommensquelle
dar (1996: 47,1%). Das schon seit Jahren wachsende Rentenzugangsalter in der
gesetzlichen Rentenversicherung wird begleitet von einer zunehmenden Alterserwerbstätigkeit.
- Die Zunahme der Erwerbstätigkeit ist nicht auf einzelne Gruppen beschränkt,
sondern bei Frauen und Männern, Hoch- und Niedrigqualifizierten sowie
in den alten und den neuen Bundesländern zu verzeichnen. Sie ist bei
Männern besonders ausgeprägt im Alter von 55 bis 59 Jahren; dies
waren in den 1990er Jahren die Lebensjahre der Frühausgliederung. Bei
Frauen ist die Alterserwerbstätigkeit in allen Altersgruppen gleichermaßen
gestiegen.
- Zwar hat die Erwerbstätigkeit der Älteren besonders bei Geringqualifizierten
zugenommen. Dennoch bestehen nach wie vor deutliche Unterschiede in den Erwerbstätigenquoten
in Abhängigkeit von der Qualifikation: Sie ist bei Hochqualifizierten
doppelt so hoch wie bei Geringqualifizierten.
- Die späteren Renteneintritte werden aber nur zum Teil durch eine höhere
Erwerbstätigkeit im Alter realisiert. Ein wachsender Teil der Älteren
sind Leistungsbezieher wegen Arbeitslosigkeit. Besonders stark ist die Zunahme
der (mindestens) 60-Jährigen Arbeitslosen, die - oftmals als Teil der
"Stillen Reserve" - auf das Erreichen der Altersgrenze warten, bis
sie zum Bezug einer abschlagsfreien Altersrente berechtigt sind bzw. durch
das Aufschieben des Rentenbeginns die Abschläge mindern.
Quelldaten zum Herunterladen: Erwerbsstatus der 50- bis 65-Jährigen 1996 2005 insgesamt sowie nach Geschlecht, Ost/West, Qualifikation


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