Neueinstellungen von Älteren: Keine Ausnahme, aber auch noch keine Normalität
Anhaltende Altersungleichheit bei Neueinstellungen trotz zunehmender Beschäftigungsquoten
Älterer
Martin Brussig
Auf einen Blick...
- Angesichts anhaltend dynamischer Arbeitsmärkte wird es in einer alternden
Erwerbsbevölkerung wichtiger, dass auch ältere Arbeitnehmer/innen
neu eingestellt werden.
- In den Jahren 2002 bis 2006 wurden jeweils zwischen 600.000 und 700.000
Personen ab 50 Jahren in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
eingestellt. Die Zahl schwankt mit dem Konjunkturverlauf, doch der Anteil
der Älteren an allen neu Eingestellten blieb mit ca. 10 Prozent nahezu
konstant. Er lag damit deutlich unter ihrem Beschäftigungsanteil von
ca. 22 Prozent.
- Die altersspezifische Eintrittsrate (Verhältnis der Eingestellten eines
Alters an den Beschäftigten derselben Altersgruppe) ist mit zunehmendem
Alter rückläufig. Bei den Älteren ist sie für Männer
höher als für Frauen und in Ostdeutschland höher als in Westdeutschland.
- Die Eintrittsraten der Älteren sind vor allem in jenen Branchen hoch,
die generell eine hohe Fluktuation bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen
aufweisen. Dazu zählen insbesondere die Bauwirtschaft, Dienstleistungen
für Unternehmen und das Gastgewerbe.
- Die Eintrittsrate der Älteren beträgt nur knapp 60 Prozent der
Eintrittsrate der 30- bis 49-Jährigen. Trotz stark steigender Anteile
von Älteren an den Beschäftigten hat sich die Altersungleichheit
bei Neueinstellungen bundesweit nicht verringert; in Ostdeutschland hat sie
sogar stark zugenommen.


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