Die Spitze ist breiter geworden, aber regionale und herkunftsbedingte Unterschiede bleiben!

Zu den Disparitäten der allgemeinbildenden Schulabschlüsse im Ruhrgebiet

Dirk Langer

Auf den Punkt ...

  • Der Vergleich zwischen den Absolventenjahrgängen 2005 und 2008 im Ruhrgebiet ist durch einen Trend der Höherqualifizierung gekennzeichnet. Nahezu ein Drittel der Schulabsolventen hat 2008 die Schulkarriere mit dem (Fach ) Abitur beendet. Mit anderen Worten: Die Spitze ist breiter geworden!

  • Der Anteil der Schulabsolventen ohne Abschluss reduzierte sich dagegen nur geringfügig von 7,7 auf 7,3 %. Das verweist auf einen soliden Sockel des Scheiterns von Schülern im Ruhrgebiet und damit auf eine wachsende Polarisierung im Bildungserfolg.

  • Dennoch ist festzustellen, dass die Schüler im Ruhrgebiet insgesamt bessere Schulabschlüsse als im Bundesvergleich erzielen und damit fast gleichauf mit dem Land NRW liegen.

  • Bildungsgewinner sind vor allem einheimische junge Frauen; unzureichende Bildungserfolge erzielen dagegen ausländische junge Männer.

  • Aus der intraregionalen Perspektive betrachtet, bilden das nördliche Ruhrgebiet mit den Städten Gelsenkirchen, Bottrop und dem Kreis Recklinghausen sowie die Städte Duisburg und Hamm die Schlusslichter beim Bildungserfolg. Die Botschaft lautet hier: Zu wenig Abiturienten und zu viele Schulabgänger ohne Abschluss bzw. nur mit einem Hauptschulabschluss, was den Übergang von der Schule in die berufliche Bildung beeinträchtigt.