Regulierung von AT-Entgelten in der chemischen Industrie

Elemente gewerkschaftlicher Strategie und guter Mitbestimmungspraxis

Tabea Bromberg

Auf den Punkt ...

  • Die Gruppe der hochqualifizierten Beschäftigten gewinnt gegenwärtig in vielen Unternehmen und Branchen an Größe. Viele von ihnen werden als außertarifliche (AT-)Beschäftigte eingestellt. In der chemischen Industrie machen sie bereits 13,3% aller Beschäftigten aus.
  • Damit nimmt auch die Bedeutung der AT-Beschäftigten für Betriebs-räte und Gewerkschaften zu. Da tarifliche Regelungen für AT-Angestellte definitionsgemäß nicht gelten, spielen betriebliche Regulierungen für diese Gruppe die zentrale Rolle.
  • Aus diesem Grund hat die IG BCE im Rahmen ihrer Zielgruppenarbeit eine AT-spezifische Vorgehensweise entwickelt, die sie den Betriebsräten anbietet. Im Zentrum dieser Vorgehensweise steht die betriebliche Politisierung der AT-Entgelte unter Beteiligung der außertariflichen Angestellten.
  • Unsere Fallstudien zeigen, dass die Konfliktstrategie der Gewerkschaft in ersten Fällen erfolgreich umgesetzt wurde. Mit ihrer Hilfe konnten die Betriebsräte nicht nur Betriebsvereinbarungen zu den AT-Entgelten durchsetzen, sondern auch die Gewerkschaften und Betriebsräten eher distanziert gegenüberstehenden außertariflichen Beschäftigten aktivieren.
  • Darüber hinaus haben wir im Rahmen einer Analyse von Betriebsvereinbarungen aus 19 Unternehmen Eckpunkte der Regelung von AT-Entgeltsystemen identifiziert. Es wird deutlich, dass die Definition des AT-Begriffs, das System der Stellenbewertung, das eigentliche Entgeltsystem und der Zusammenhang zwischen diesen bei-den Systemen die Basis für die Funktionsfähigkeit und Qualität der Regelung von AT-Entgelten bilden.