Arbeitsmarktreserven aktivieren gegen die Fachkrftelcke - Frauen, ltere, Migranten

Sellungnahme zum Sachverständigengespräch der Enquetekommission III des Landtags Nordrhein-Westfalen „Enquete-Kommission zur Bewertung der Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte in Nordrhein-Westfalen unter den Bedingungen der Schuldenbremse und des demografischen Wandels in der Dekade 2020 bis 2030" am 13. März 2014

Gerhard Bosch

Auf den Punkt

  • Wichtigste Trends auf dem Arbeitsmarkt sind die steigende Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren, die angemessene Integration von Migranten/innen, sowie die abnehmende Nachfrage nach einfacher Arbeit und eine wachsende gesellschaftliche Ungleichheit.
  • Durch die weitgehende Abschaffung oder Verteuerung der Vorruhestandsförderung und die Heraufsetzung der Altersgrenzen erhöhte sich bis 2011 die Erwerbstätigenquote Älterer um mehr als 20% auf 59,9% im Jahre 2011. Die weitreichenden Auswirkungen des Alterns ihrer Belegschaften haben viele Unternehmen aber in ihrer Personalpolitik noch zu wenig im Blick.
  • Wenn Frauen in Deutschland im gleichen Umfang wie in Schweden arbeiten könnten, stiege das Arbeitsangebot um rund 3,1 Millionen Vollzeitangestellte. Kinderbetreuung und Ganztagsschulen werden hier allerdings im Vergleich zu Schweden erst mit rund 50 Jahren Verspätung ausgebaut. Für diese Angebote fehlt das Geld, weil in Deutschland zwei unterschiedliche Familienmodelle gefördert werden.
  • Die Beschäftigung gering Qualifizierter wird zunehmend prekärer, da die Unternehmen auf einfachen Tätigkeiten zunehmend nur noch Qualifizierte einsetzen. Eine Berufsausbildung wird zur Mindestbedingung, um überhaupt Zugang zu einer Erwerbstätigkeit zu erhalten. Künftiger Fachkräftemangel kann nur durch verstärkte Anstrengungen in der Aus- und Weiterbildung vermieden werden.