Der Weg in die Zukunft - Finanzierung lebenslangen Lernens
Ergebnisse der Expertenkommission "Finanzierung lebenslangen Lernens" der Bundesregierung
Gerhard Bosch
Auf den Punkt ...
- In Deutschland nehmen wesentlich weniger Erwachsene an Weiterbildungsmaßnahmen
teil als etwa in Dänemark, Schweden oder Finnland. Das deutsche Bildungssystem
ist für die Herausforderungen lebenslangen Lernens nicht gerüstet.
- Bei steigendem Innovationstempo reicht die Erstausbildung im Berufsleben
heute nicht mehr aus. Der demographische Wandel erfordert nicht nur längeres
Arbeiten, sondern - als Voraussetzung dafür - auch eine lebensbegleitende
Weiterbildung.
- Zur besseren Integration von Zuwanderern müssen Defizite in der Sprach-
und Lesefähigkeit ausgeglichen werden. Ein wachsender Anteil von Jugendlichen
ohne schulischen oder beruflichen Abschluss braucht eine zweite Chance.
- Für lebenslanges Lernen müssen mehr Ressourcen aufgebracht werden
als bisher, und zwar sowohl durch den Staat als auch durch die Betriebe und
die Individuen. Die OECD hat gezeigt, dass die besten Ergebnisse durch eine
Ko-Finanzierung, also durch Beiträge aller Akteure, zu erzielen sind.
- Die Kommission "Finanzierung lebenslangen Lernens" hat zur Förderung
lebenslangen Lernens u.a. ein "Erwachsenen-BAföG", eine Förderung
an- und ungelernter Beschäftigter im Betrieb durch die Bundesagentur
für Arbeit und ein staatlich gefördertes Bildungssparen vorgeschlagen.
Durch eine obligatorische Insolvenzsicherung von Weiterbildungskonten könnten
die Rahmenbedingungen für betriebliche Weiterbildung verbessert werden.
- Angesichts der hohen Arbeitsmarktrisiken von Leiharbeitnehmern sollte nach
französischem Vorbild eine Umlage von 1% der Lohnsumme für Qualifizierung
erhoben werden.


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