Arbeit 4.0 - Arbeiten in und an der Industrie der Zukunft (Arbeit 4.0)

Hintergrund und Fragestellung

Unter dem Label „Industrie 4.0“ wird seit einigen Jahren die Vision einer neuartigen, anpassungsfähigen Form der Produktionsautomatisierung diskutiert und entwickelt. Zentrales Merkmal dieser neuen Stufe der Automatisierung ist die Vernetzung der virtuellen mit der physischen Welt zu autonomen „Cyber-physischen Systemen“. Dabei verspricht Industrie 4.0 nicht weniger, als die bisherigen technologischen und wirtschaftlichen Grenzen der Automatisierung angesichts steigender Flexibilitätsanforderungen zu überwinden. Dass diese „vierte industrielle Revolution“ die Arbeitswelt in Deutschland verändern wird, steht außer Zweifel. In welcher Form dies geschieht, ist jedoch alles andere als eindeutig: Bislang ist Industrie 4.0 wenig mehr als ein Leitbild einer umfassenden Vernetzung der Produktion. Wie dieses Leitbild technisch umgesetzt und organisatorisch integriert wird, ist noch offen. Sowohl regressive, auf die Ersetzung und Abwertung von Arbeit, als auch progressive Lösungen, in denen Qualifikationen und Erfahrungen der Beschäftigten genutzt und ausgeweitet werden, liegen im Bereich des Möglichen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll die Einführung von Industrie 4.0 in den Betrieben unter zwei Aspekten untersucht werden. Der erste Aspekt bezieht sich auf die Entwicklung von Gestaltungsoptionen in wichtigen arbeitspolitischen Handlungsfeldern wie Arbeitszeit, Qualifikation oder Entgelt. Welche Auswirkungen, fragen wir, hat die Einführung von Industrie 4.0 auf die Regulierung, Organisation und Gestaltung von Arbeit im Betrieb? Und können bisherige Stärken des deutschen Fachkräftemodells unter den veränderten Bedingungen weiterentwickelt werden? Der zweite Aspekt betrifft die Rolle der Betriebsräte als Mitbestimmungsakteure und die Frage, mit welchen Strategien und Konzepten sie versuchen, die Einführung von Industrie 4.0 aktiv zu gestalten und progressive Lösungen zu fördern. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf den Handlungsmöglichkeiten der Interessenvertretungen wie der Stärkung ihrer Kompetenzen und Ressourcen, der Nutzung externer Netzwerke und Beratung sowie der Einbeziehung der Beschäftigten als Experten ihrer Arbeit in die Interessenvertretungspolitik.

Untersuchungsmethoden

Das Projekt kann die einmalige Möglichkeit nutzen, das gewerkschaftlich organisierte Netzwerk „Arbeit 2020“ und die in ihm vertretenen Betriebe über die gesamte Laufzeit zu begleiten und zu analysieren. Methodisch bewegt sich das Projekt damit zwischen Grundlagen-, Aktions- und Begleitforschung und strebt eine neuartige Symbiose dieser methodischen Ausrichtungen an.

Um die Veränderungen, die bei der Umsetzung von Industrie 4.0 auftreten, angemessen zu erfassen, verfolgen wir ein zweistufiges Forschungsdesign: In einer ersten Stufe wird in allen Netzwerk-Betrieben eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme in Form von leitfadengestützten Interviews mit Betriebsräten und betrieblichen Experten durchgeführt. Auf der Grundlage dieses Überblicks werden dann in der zweiten Stufe thematisch fokussierte arbeitspolitische Handlungsfelder (wie Entgelt, Qualifikation, Arbeitszeit oder Gesundheit) der Einführung von Industrie 4.0 nach ihrer betrieblichen Relevanz ausgewählt und im Rahmen intensiver prozessbegleitender Betriebsfallstudien eingehend analysiert.

 



Vorträge

10.07.2018
Jutta Schmitz: Beschäftigungsentwicklung 4.0 - (potenzielle) Auswirkungen der Digitalisierung?
"Arbeit 4.0 - Qualifizierungsreihe für Betriebsräte", Ascheberg/Hotel Restaurant Clemens August, DGB Bildungswerk NRW/Arbeit 2020.
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10.06.2018
Anne-Christin Spallek: Was macht Arbeit 4.0 mit den Beschäftigten.
Arbeit 4.0 - Wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert. Kamen, Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro NRW.

18.04.2018
Jutta Schmitz: Digitalisierung: Stand und Herausforderungen für die Arbeit der Zukunft.
Verdi Bezirk Münster, Organwahlen Fachbereich Finanzdienstleistungen, Münster.

21.02.2018
Jutta Schmitz: Arbeit 4.0 zum Thema machen: Betriebliche Mitbestimmung gestalten.
Digitalisierung und Arbeit 4.0 - Auswirkungen auf die betriebliche Mitbestimmung. Münster, DGB Bildungswerk NRW.
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28.01.2018
Dr. Tabea Bromberg: Was macht Arbeit 4.0 mit den Beschäftigten?
Arbeit 4.0 - Wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert. Goch, Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn, Landesbüro NRW.

12.12.2017
Jutta Schmitz: Chancen und Risiken der Digitalisierung für Frauen.
Sitzung des Facharbeitskreis Gleichstellung der Region NiederRhein. Wesel, Regionalagentur Niederrhein.

25.11.2017
Jutta Schmitz: Die "Her-Story" - Arbeit 4.0 und die Frauen.
KFD-Jahrestagung des ständigen Ausschusses Frauen und Erwerbsarbeit. Mainz, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands.

24.11.2017
Dr. Tabea Bromberg: Arbeit 4.0
Im Dialog: Arbeit und Gesellschaft 4.0 - Wie gelingen die Herausforderungen der Digitalisierung?. Unna, Volkshochschule Unna Fröndenberg Holzwickede.
Weitere Informationen

24.11.2017
Jutta Schmitz: Arbeit 4.0 - Hintergrund, Entwicklungen, Fragen.
KFD-Jahrestagung des ständigen Ausschusses Frauen und Erwerbsarbeit. Mainz, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands.

04.10.2017
Dr. Tabea Bromberg: Industrie und Arbeit 4.0. Befunde zu Digitalisierung und Mitbestimmung im Industriesektor.
Zukunftsprojekt Arbeitswelt 4.0. Stuttgart, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

28.09.2017
Dr. Tabea Bromberg: Zwischenstand im Projekt Arbeit 4.0
Dialogkreis Moderne Betriebsratsarbeit. Düsseldorf, Hans-Böckler-Stiftung.

01.09.2017
Dr. Tabea Bromberg: Was macht Arbeit 4.0 mit den Beschäftigten?
Arbeit 4.0 - Wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert. Goch, Friedrich Ebert Stiftung Landesbüro NRW.

23.06.2017
Dr. Tabea Bromberg: Arbeit der Zukunft gestalten.
Arbeit der Zukunft mitgestalten. Herausforderungen für die Betriebs- und Personalrätearbeit. Gelsenkirchen, DGB-Region Emscher-Lippe.
Weitere Informationen

17.05.2017
Jutta Schmitz: Digitalisierung und Arbeit 4.0 - Auswirkungen auf die Dienstleistungsbranche?
Ver.Di Müsnter After-Work Reihe. Münster, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bezirk Münsterland.

16.02.2017
Dr. Tabea Bromberg: Zukunft der Industriearbeit - Alte Wahrheiten, neue Herausforderungen.
Workshop "Neue" Arbeitszeitdebatte. Hannover, Hamburg, NGG.

17.01.2017
Dr. Tabea Bromberg, Prof. Dr. Thomas Haipeter: Arbeit 4.0: Chancen stärken – Risiken minimieren
Schaufenster – Arbeit 2020 in NRW. Lüdenscheid, Düsseldorf, IG Metall.

14.09.2016
Dr. Tabea Bromberg: Arbeit 4.0
Jobcenter 2025 - Arbeitsmarkt 4.0. Hannover, gfa publik, Berlin.

08.09.2016
Jutta Schmitz: Arbeit 4.0
Arbeitsmarktkonferenz 2016. Münster, Stadt Münster/Jobcenter Münster.