Was erhält gesund in der digitalen Produktion?

Erfolgsfaktoren und Grenzen kompetenzorientierter Arbeitsgestaltung

Anja Gerlmaier

Auf den Punkt ...

  • Mit dem Übergang zur digitalen Produktion werden gleichermaßen große Chancen und Risiken für die Gesundheit von Beschäftigten erwartet. Präventive Arbeitsgestaltung entscheidet darüber, ob neue Digitaltechnologien Gestaltungsfreiräume eröffnen oder sich destabilisierend auf die Gesundheit auswirken.

  • Im BMBF-geförderten Projekt „InGeMo“ wurde in acht Gestaltungsprojekten untersucht, inwiefern der Aufbau von Arbeitsgestaltungskompetenzen bei Führungskräften und ihren Teams dazu beitragen kann, gesundheitsförderliche Gestaltungsressourcen besser zu erkennen und zu nutzen. Dabei konnten auf Basis eines Workshop-Konzeptes Maßnahmen zur Erhöhung der Zeitsouveränität, der Transparenz und Kommunikation sowie zur Erholungskompetenz erfolgreich umgesetzt werden, während sich dies bei Maßnahmen zur Intensitätsreduzierung schwieriger gestaltete.

  • Ein Vorher-Nachher-Vergleich zeigte signifikante Verbesserungen bei der Gestaltungskompetenz, psychischen Erschöpfung und Regenerationsfähigkeit. Positive Veränderungen zeigten sich auch beim Erleben von Zeitsouveränität, sozialer Unterstützung durch Vorgesetzte, Kooperationsmöglichkeiten und bei der gesundheitsorientierten Führung.

  • Erwartungskonform konnte ein Zusammenhang zwischen dem Aufbau von Gestaltungskompetenz und der Anzahl der durchgeführten Gestaltungsmaßnahmen sowie zu Indikatoren der psychischen Gesundheit abgesichert werden. Institutionen der Aus- und Weiterbildung sowie Unternehmen sind verstärkt gefordert, Arbeitsgestaltungskompetenzen für eine Gesundheitsressourcen stärkende Technikgestaltung zu vermitteln.

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